Berufliche Reintegration nach Krankheit, Unfall oder Krise
VIA MEDICI begleitet Menschen dabei, nach einem kritischen Lebensereignis wieder tragfähig, realistisch und würdevoll in das Berufsleben zurückzufinden.
Inhalt dieser Seite
- Berufliche Reintegration nach Krankheit, Unfall oder Krise
- Wenn plötzlich alles anders ist
- Der Weg mit VIA MEDICI
- Das Assessment – Ihre Situation verstehen
- 1. Medizinische Ausgangslage
- 2. Aktuelle Arbeitsfähigkeit
- 3. Ressourcen und Fähigkeiten
- 4. Einschränkungen und Belastungsgrenzen
- 5. Berufliche Situation
- 6. Integrationspotenzial
- 7. Motivation und Kooperationsfähigkeit
- 8. Hindernisse für die Reintegration
- 9. Empfohlene Integrationsmassnahmen
- 10. Prognose und nächster Schritt
- Berufliche Reintegration planen
- Prognose und nächster Schritt
- Einblick in die Reintegrationspsychologie
- Was Sie von meiner Unterstützung haben
- Bereit für einen neuen Anfang?
Als diplomierter Psychologe und Laufbahnberater begleite ich Menschen, die ihren bisherigen Beruf nach Krankheit, Unfall, Sucht oder Migration nicht mehr wie bisher ausüben können. Mit PONTES entwickeln wir neue berufliche Perspektiven – realistisch, würdevoll und nachhaltig.
Wenn plötzlich alles anders ist
Soeben noch den Blick auf das weite blaue Meer. Und plötzlich wird alles anders.
Es schien, dass ich – geblendet von der gleissenden Sonne – das entgegenkommende Auto auf meiner Fahrbahn nicht sah…
Die brigade de gendarmerie de Tende (Dép. Alpes-Maritimes, Nähe Nizza) stellte bei mir keine Rechtswidrigkeit fest.
Mein Anwalt (Fachanwalt für Haftpflichtrecht) teilte mit, dass auch der Unfallverursacher schwer verletzt sei.
Die Ärzte wissen noch nicht, ob sie meinen linken Arm retten können; sie raten mir aber zu einer beruflichen Neuorientierung.
Auf meine jetzige Position als Bauleiter Solarmontage habe ich lange hingearbeitet – erst als Elektroinstallateur, dann als Solarteur. Mein Arbeitgeber hat ad interim meine Funktion dem Stellvertreter übertragen. Als 40-jähriger Familienvater dreier Kinder möchte ich vorerst alle medizinischen und therapeutischen Möglichkeiten ausschöpfen.
Der Weg mit VIA MEDICI
Die Anmeldung kann über eine auftraggebende Organisation (Versicherung, Behörde oder Arbeitgeber) erfolgen. Zu Beginn stehen zwei wichtige Gespräche.

Zu Beginn erfolgen zwei wichtige Gespräche.
- Begrüssungsgespräch (Anmeldung und Durchführung online)
- Erstgespräch (physisch)
Im Begrüssungsgespräch werden die im Anmeldeformular erwähnten Stichpunkte zur veränderten Lebens- und Berufssituation kurz beleuchtet, die gegenseitigen Erwartungen und das berufliche Reintegrationsziel definiert.
Sobald Kostenträger und Reintegrandin oder Reintegrand mit einem Mandat an VIA MEDICI einverstanden sind, findet das Intake statt.
Beim Intake werden mit Auftraggebenden und Klientel der Auftrag, das Vorgehen und die Zuständigkeiten geklärt.
Das Assessment – Ihre Situation verstehen
Der effektive Reintegrationsprozess beginnt mit dem Erstassessment, in welchem festgehalten wird, wo die Reintegrandin oder der Reintegrand aktuell beruflich und gesundheitlich steht und was der gewünschte Zielzustand an Veränderungen und Investitionen bedeutet.
Gemeinsam beleuchten wir mit Ihnen als betroffene Person Ihre Biografie, das kritische Lebensereignis und dessen Auswirkungen auf Gesundheit, Beruf und soziale Situation.
Auf dieser Grundlage formulieren wir ein erstes Reintegrationsziel und prüfen, welche Unterstützungsangebote, Massnahmen und Netzwerkpartner für Sie von Bedeutung sind.
Der Assessmentbericht wird unter Berücksichtigung von Vollmacht und Datenschutz an den Kostenträger weitergeleitet. Ein wesentliches Fazit davon ist auch das Reha-Potenzial.
Der Assessment-Bericht thematisiert folgende zehn Bereiche:
1. Medizinische Ausgangslage
- Art der Erkrankung oder Verletzung
- aktueller medizinischer Status
- relevante funktionelle Einschränkungen
- Prognose aus medizinischer Sicht
- laufende Therapien oder Behandlungen
2. Aktuelle Arbeitsfähigkeit
- aktuelle Arbeitsfähigkeit in Prozent
- mögliche Belastungsdauer pro Tag
- mögliche Belastungsarten (z. B. sitzend, stehende Tätigkeiten)
- kognitive Belastbarkeit
- Stabilität der Arbeitsfähigkeit
3. Ressourcen und Fähigkeiten
- körperliche Ressourcen
- kognitive Fähigkeiten
- soziale Kompetenzen
- Motivation und Arbeitsverhalten
- vorhandene berufliche Kompetenzen
4. Einschränkungen und Belastungsgrenzen
- körperliche Begrenzungen (z. B. Heben, Tragen, Feinmotorik)
- psychische Belastbarkeit
- Konzentrationsfähigkeit
- Tempo / Ausdauer
- Stress- und Konfliktbelastbarkeit
5. Berufliche Situation
- bisheriger Beruf
- Arbeitsplatzanforderungen
- Vergleich Anforderungen vs. Leistungsfähigkeit
- Möglichkeit einer Rückkehr zum bisherigen Arbeitgeber
6. Integrationspotenzial
- Chancen einer Rückkehr in den bisherigen Beruf
- Möglichkeiten einer angepassten Tätigkeit
- realistische Alternativberufe
- notwendige Qualifizierungsmassnahmen
7. Motivation und Kooperationsfähigkeit
- Motivation zur Arbeit
- Selbstständigkeit
- Mitwirkung im Integrationsprozess
- Umgang mit Einschränkungen
8. Hindernisse für die Reintegration
- gesundheitliche Instabilität
- psychosoziale Belastungen
- Arbeitsplatzkonflikte
- mangelnde Qualifikation
- längere Arbeitsabwesenheit
9. Empfohlene Integrationsmassnahmen
- Belastbarkeitstraining
- Arbeitstraining
- stufenweise Wiedereingliederung
- Umschulung
- Jobcoaching
- Arbeitsplatzanpassung
10. Prognose und nächster Schritt
- realistische Entwicklung der Arbeitsfähigkeit
- erwarteter Zeitrahmen der Reintegration
- nächste Massnahmen im Integrationsprozess
Berufliche Reintegration planen
Auf Basis des Assessments formulieren wir gemeinsam ein erstes Reintegrationsziel und prüfen, welche Unterstützungsangebote, Massnahmen und Netzwerkpartner für Sie von Bedeutung sind – unter vollständiger Wahrung von Vollmacht und Datenschutz.
Der Assessmentbericht wird unter Berücksichtigung von Vollmacht und Datenschutz an den Kostenträger weitergeleitet. Ein wesentliches Fazit davon ist auch das Reha-Potenzial.
Angelehnt an die um das Passungsmodell ergänzte CM-Methodik können zur ersten Erfassung spezifischer beruflicher Kompetenzen bereits diagnostische Verfahren eingesetzt werden.
Der Reintegrationsplan hält fest, welche konkreten Massnahmen in welchem Zeitraum mit welchen Akteuren umgesetzt werden. Er bildet die Grundlage für das gemeinsame Handeln von betroffener Person, Kostenträger und VIA MEDICI. Dabei stehen die Ressourcen und die individuelle Lebenssituation des Menschen im Mittelpunkt – nicht die Defizite.
Prognose und nächster Schritt
Berufliche Reintegration ist ein Prozess, der Geduld, Ehrlichkeit und gegenseitiges Vertrauen erfordert. Mit einem realistischen Blick auf Ihre Möglichkeiten und Ressourcen erarbeiten wir gemeinsam den nächsten konkreten Schritt.
Auf Basis des Assessmentberichts, des definierten Reha-Potenzials und der vereinbarten Massnahmen begleite ich Sie weiter – mit regelmässigen Standortgesprächen, Koordination der beteiligten Akteure und Anpassung des Reintegrationsplans bei Bedarf. Ziel ist eine möglichst nachhaltige Eingliederung, die zu Ihrer Persönlichkeit, Ihren Kompetenzen und Ihrer Lebenssituation passt.
Einblick in die Reintegrationspsychologie
Die Theorie PONTES basiert auf einem Passungsmodell, welches aus der Reflexion meiner berufsreintegrativen Praxis resultiert. Besonders in der Arbeit mit Patienten des Schweizer Paraplegikerzentrums half es mir, diese Menschen, bei denen eine bisherige berufliche Passung plötzlich vollständig verloren ging, zu unterstützen.

Es zeigt im Überblick, wie berufliche Anforderungen, individuelle Kompetenzen und persönliche Lebensbedingungen zusammenwirken. Wenn sich dieses Gefüge in einer günstigen Balance befindet – was in der Regel bei «gesunden» Ratsuchenden der klassischen Laufbahnberatung der Fall ist – ist das innere Gleichgewicht einer Person intakt. Diese «individuelle Integrität» kann aber besonders durch kritische Lebensereignisse wie Krankheit, Unfall, Sucht oder Migration existenziell gefährdet werden.
Berufliche Reintegration bedeutet für mich deshalb mehr als eine neue Stelle zu finden. Es geht darum, Menschen auf diesem Weg wieder zu einer beruflichen Passung bzw. Existenz zu führen, die sowohl für die betroffene Person als auch für Gesellschaft und die Akteure der sozialen Sicherheit langfristig stabil ist.
Reintegration weist somit auf unsere Verantwortung hin, Betroffene nicht auf Defizite zu reduzieren, sondern in ihrer Einzigartigkeit und ihrem Wert für die Gesellschaft zu würdigen. Es ist unsere Aufgabe, sie in ihrer Fähigkeit zu stärken, wieder Anschluss, Sinn und gesellschaftliche Partizipation zu finden.
Was Sie von meiner Unterstützung haben
Am Ende unserer Zusammenarbeit haben Sie:
- Klarheit über Ihre aktuelle Situation – was nicht mehr geht, was wieder möglich ist und was neu aufgebaut werden muss
- ein realistisches Bild Ihrer Arbeitsfähigkeit – mit Blick auf Belastbarkeit, Ressourcen, Einschränkungen und Entwicklungspotenzial
- eine berufliche Perspektive, die trägt – nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Alltag und im Arbeitsmarkt
- mehr Sicherheit im Zusammenspiel mit Arbeitgeber, Versicherung, Behörde oder medizinisch-therapeutischem Umfeld
- einen konkreten Reintegrationsplan – mit nächsten Schritten, Prioritäten und einem Vorgehen, das Ihrer gesundheitlichen Situation Rechnung trägt